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Klettern & Natur - IG Klettern München & Südbayern e.V.


Klettern in der Natur

Natürlich klettern wir in der Natur. Das war schon immer so und soll auch so bleiben. Dafür setzen wir uns ein.
Aber manchmal geht es nicht immer und auch nicht überall.
Über Kletterregelungen bzw. entsprechende Vereinbarungen in unserem Interessensbereich (München und Südbayern mit einem Hauptaugenmerk auf den Landkreis Bad Tölz – Wolfratshausen) informieren wir euch hier.
Deutschlandweite Informationen lassen sich über die auf der homepage des Bundesverbandes IG Klettern e.V. verlinkten Mitglieder in Erfahrung bringen.
Zentrale Plattform, in die auch in der Regel die von uns ermittelten, bzw. für uns hier relevanten aktuellen Informationen eingestellt werden, ist das Felsinformationssystem des DAV (www.dav-felsinfo.de).


Kletterregelungen

  • Ammergauer Alpen

    • Frauenwasserl
      Im Umfeld des Sektors „Nasser Riss“ befindet sich ein Uhuhorst. Daher ist dieser seit 2012 für das Klettern eigentlich gesperrt. Wenn das gut funktioniert und sich ein entsprechender Bruterfolg einstellt, wie z.B. gleich im ersten Jahr der Sperrung (2012), kann diese im Spätsommer/Herbst dann auch zeitweise aufgehoben werden. Aber ab Januar 2013 gilt dort wieder das Kletterverbot und das bleibt solange nichts anderes ausdrücklich erlaubt wurde.

  • Kochel

    • Atlantiswand
      Am westlichen Teil der Atlantiswand hat im Frühjahr 2012 ein Waldkauz genistet, daher gab es dort bis Mitte Juni eine befristete Sperrung. Man wird sehen ob sich das in den Folgejahren wiederholt. Ihr erfahrt hier immer den aktuellen Stand. Generell muss man auch ausserhalb der Verbotszeit dort noch aufpassen, da Waldkäuze aggressiv werden können.

    • Kelten-/Wiesenwand
      Auf der Wiese vor der Kelten-/Wiesenwand befindet sich eine Pferdeweide. Diese soll generell nicht betreten werden und natürlich schon gleich gar nicht mit dem Auto befahren. Die Zustiegswege sind beschildert und führen außen um die Weide herum. Beim Klettern den unmittelbaren Wandfuß nicht verlassen und in der Wiese liegen, gammeln, spielen. Keinesfalls direkt am Wandfuß entlang von der Kelten- zur Wiesenwand (bzw. Umgekehrt) laufen und auch auf keinen Fall, egal wie, über die vorhandenen Zäune klettern. Wenn (an ein paar Wochen im Jahr) Pferde auf der Weide stehen, darf an der Wiesenwand generell nicht geklettert werden. Wenn wir davon erfahren, informieren wir euch hier.

    • Kienstein
      Der Kienstein liegt im FFH-/SPA-Gebiet und ist u.a. ein Brut- und Jagdgebiet für den Uhu. Daher ist dort höchst pfleglicher Umgang mit der Natur Pflicht, damit das Klettern weiterhin im bisherigen Umfang möglich bleibt.

      Auf der Kienstein-Nordseite ist Klettern jedoch aus Artenschutzgründen generell verboten. Der Bereich ist entsprechend ausgeschildert. Die Routen, die sich dort befunden haben, sind mittlerweile weitgehend rückgebaut. Keinesfalls neue einrichten oder sonstige Begehungs- und Abseilversuche starten.

    • Rockywand
      An der Rockwand brütet hin und wieder ein Waldkauz (zuletzt 2010). Aktuelle Sperrungen sind nicht bekannt, ihr werdet hier natürlich ggf. infomiert..

  • Isarwinkel

    • Probstenwand
      Im Bereich der Nordwand brüten hin und wieder Falken. Die sind zwar nicht standorttreu und jedes Jahr dort vertreten. Trotzdem bitte im Zeitraum zwischen Januar (was wohl kaum jemanden was ausmacht) und Anfang Juni dort nicht klettern. Außer hier steht explizit etwas anderes. Danke! Vielleicht können wir damit eine (wenn auch hoffentlich zeitlich befristete) generelle Sperrung dieser Sahnestückchenwand verhindern.

  • Gebiet Tegernsee

    • Leonhardstein
      In der Südwand gibt es ein paar Falkenhorste. Daher dort fürs erste zwischen 15. Januar und Anfang Juni nicht klettern. Wenn wir Genaueres über den betroffenen Bereich wissen (wohl eher im Westteil), werden wir euch natürlich informieren.

    • Rosssteinwand
      Die Rosssteinwand bei Kreuth bleibt weiterhin trotz nicht ganz nachvollziehbarer Gründe fürs Klettern komplett gesperrt. Wir hoffen auf Besserung.

  • Gebiet Schliersee/Spitzingsee

  • Gebiet Wendelstein

    • Schwarzwand
      An der Schwarzwand (Breitenstein Nordwand) ist grundsätzlich das Klettern verboten. Nach jahrelangen vergeblichen Bemühungen wird hier momentan versucht, vielleicht doch eine Lösung zu erarbeiten. Wir hoffen das Beste. Bis es dort etwas Konkretes gibt, aber keinesfalls dort kletternd Aktivitäten entfalten, um nicht das zarte Pflänzchen gleich im Keim zu ersticken. Danke.


Klettern und Natur

Seit es Lebewesen auf der Erde gibt, ist Klettern eine Form der natürlichen Fortbewegung. Tier und Mensch klettern heute wie damals, um etwas zu erreichen. Der erstrebte Zweck hat sich im Laufe der Evolution jedoch durchaus verändert verändert. Die Spanne reicht von Nahrungsuche und Schutz über Herausforderung und Erholung bis Ruhm und Erleuchtung. Ungeachtet dessen wurde auch unter alpinistisch bzw. sportlichen Gesichtspunkten zunächst fast ausschließlich in der Natur geklettert.
IG Klettern München & Südbayern e.V. - Klettern in der Natur


Das Klettern am Naturfelsen stellt trotz der ständig zunehmenden, künstlich geschaffenen Möglichkeiten auch weiterhin die unverzichtbare Urform des Kletterns dar. Neben dem unstrittigen sowohl individuellen als auch gesamtgesellschaftlichen Wert hat es, in welcher Spielart auch immer, seinen ganz speziellen Reiz.
IG Klettern München & Südbayern e.V. - Klettern in der Natur
Wer in der Natur klettert muss sich jedoch immer bewusst sein, dass er/sie sich in der Natur bewegt und mit ihr in Kontakt tritt. Dies ist weder verboten noch anrüchig, sondern stellt eine höchst wertvolle und anerkannte Betätigung dar. Zudem zählt das Klettern grundsätzlich unter das verfassungsgemäße freie Betretungsrecht der Natur (Art. 141 Abs. 3 S. 1 BayVerf, Art. 22 Abs. 1 & 2 BayNatSchG). Dabei hat er jedoch die Pflicht mit Natur und Landschaft pfleglich umzugehen (Art. 141 Abs. 3 S. 2 BayVerf).
IG Klettern München & Südbayern e.V. - Klettern in der Natur


Der pflegliche Umgang mit der Natur sollte jedoch Allgemeingut sein und nicht nur deshalb weil es vom Gesetzgeber gefordert wird. So sind laut geltendem Bundesnaturschutzgesetz generell Felsen in der Natur als Biotop klassifiziert. Felswände und deren Umgebung bieten Lebensraum, Rückzugs- und Brutstätte sowie Nahrungsgrundlage für artenreiche, oftmals seltene und hochspezialisierte Fauna und Flora.

Zerstörerisches Tun wie wüstes Verjagen oder Wildern bzw. wahlloses Zertrampeln und Ausreißen verbietet sich von selbst, weshalb hier nicht näher darauf eingegangen wird.

Allfällige und oft unbewußt verursachte Beeinträchtigungen treten eher durch Störungen in sensiblen Zeiten ruhebedürftiger Lebewesen auf. Diese können beim Zugang zu bzw. Beklettern der Felsen und auch Verlärmen auftreten. Freilaufende Hunde entdecken ihre Herkunft als Jagdtier wieder. Trittspuren und Erosionsnarben führen zu Folgeschäden. Aber auch Mitmenschen haben ein Recht auf Ruhe, ungestörte Privatsphäre sowie unbeschädigtes Eigentum. Landwirtschaft hat ein Recht auf ungestörte Bewirtschaftung und im Forst muss Jungwald ungestört aufwachsen können.
Ein natürliches Gleichgewicht erfordert ein Miteinander, um stabil zu bleiben. Daher erfordert das Naturklettern nicht nur für die gefahrarme, sondern auch eine umweltverträgliche Ausübung spezielle Kenntnis sowie entsprechend angepasstes Verhalten und Rücksichtnahme.

Allgemein verwendbares Grundwissen und Spezialtechniken für das Klettern in der Natur können wir euch in unseren Outdoorkursen vermitteln. Bei konkreten Fragen zum Thema Klettern und Natur wendet euch bitte an die unten stehenden Kontakte.


Auch wenn in den allermeisten Fällen ein problemloses Miteinander von Mensch und Natur besteht, kann manchmal aufgrund temporär oder generell auftretender Konflikte die Notwendigkeit für - meist zeitlich und örtlich beschränkte - Kletterverbote gegeben sein. Felsbewohnende Lebewesen haben ebenso wie der Mensch ein Recht auf ihre Existenz, wenn diese bedroht ist, muss halt der Kletterer mit Einschränkungen leben.
IG Klettern München & Südbayern e.V. - Klettern in der Natur

Ein Regelungsbedarf kann sich leider auch manchmal aus Konflikten zwischen Mensch und Mensch ergeben, bei denen der Naturschutz, wenn überhaupt, fachlich meist nur eine Nebenrolle spielt. Dies ist besonders ärgerlich, da gerade hier ein bisschen gegenseitige Rücksichtnahme und das Einhalten gängiger Umgangsformen das Ganze in der Regel verhindern könnte.
Da oftmals Viele auf unterschiedliche Weise ihr persönliches Glück in der Natur suchen und dabei nicht immer Alle Alles, was in den Augen Anderer sein sollte, berücksichtigen, kann es viele Gründe geben, das genannte freie Betretungsrecht einzuschränken. Und das oftmals durchaus zu Recht. Damit das aber auch mit Augenmaß geschieht, setzen wir uns in diesen Fällen für die Belange der Kletterer ein.

Wir versuchen im Dialog und in Kooperation mit Behörden und Verbänden eine speziell für das Klettern angepasste und verträgliche Lösung zu finden, die aber auch den Belangen des Naturschutzes bzw. der Eigentümer oder sonstiger Betroffener ausreichend gerecht wird. Oft gelingt uns das. Wir bitten euch daher, die bekanntgegebenen Regelungen strikt einzuhalten und wenn nötig auch mal für deren Einhaltung zu sorgen. Nur auf diese Weise ist auch in Zukunft ein vertrauensvolles und nachhaltiges Miteinander möglich und weiterhin ein abwechslungsreiches und freudiges Klettern in der Natur.
IG Klettern München & Südbayern e.V. - Klettern in der Natur


Kontakte:

Wenn ihr Fragen oder Probleme habt, Erschließungen plant oder von solchen berichten wollt, maildet euch bitte (vorstand@kletternmachtspass.de, info@kletternmachtspass.de).

Auch im Alpenraum gibt es, wie für die Klettergebiete im gesamten Restdeutschland, eine Betreuungsstruktur mit Ansprechpartnern für den Themenbereich Klettern und Natur. Generelle Informationen dazu gibt es unter http://www.dav-felsinfo.de.


Ansprechpartner für den Landkreis Bad Tölz –Wolfratshausen:
Dr. Sebastian Wagner, vorstand@kletternmachtspass.de oder auch info@kletternmachtspass.de


Ansprechpartner Klettergebiet Brauneck:
Benjamin Plahl, benni@kletternmachtspass.de, Dr. Sebastian Wagner, vorstand@kletternmachtspass.de, info@kletternmachtspass.de


Ansprechpartner Bad Heilbrunn:
Tom Schlager, tom@mobilekletterwaende.de oder auch info@kletternmachtspass.de


Ansprechpartner Taubenstein:
Tom Schlager, tom@mobilekletterwaende.de oder auch info@kletternmachtspass.de
Infos: 089 20003070 oder hg@kletternmachtspass.de
© IG Klettern München & Südbayern e.V. und Heavens Gate GmbH. Stand: 05.02.2013 15:35