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Soziale Projekte im Heavens Gate

IG-Kooperationen 2011





"Klettern ist die Fortsetzung des Krabbelns." Vorallem: Klettern macht Spaß, und zwar fast allen Kindern und Jugendlichen. Wie Laufen, Springen oder Balancieren ist Klettern eine Grundform menschlicher Bewegungsmöglichkeiten, von der insbesondere Kinder Gebrauch machen, wann immer sie können und dürfen.

Klettern mit Kindern und Jugendlichen der Friedel Eder Schule

Die Kooperation der IG Klettern München & Südabayern e.V. und der Friedel Eder Schule gibt es bereits seit 2005. Ein Überblick über die aktuellen Aktivitäten:





Jahresprojekte

Ort: Kletterhalle Heavens Gate. Von Oktober bis Pfingsten klettern hier drei bis vier Gruppen mit jeweils vier Kindern und/oder Jugendlichen 1x pro Woche zwei Stunden lang. Die Gruppen setzen sich aus gleichen oder aus verschiedenen Klassenstufen zusammen. Zudem gibt es eine Gruppe, in der Schüler aus der Nachbarschule mit Schülern aus der Friedel Eder Schule zusammen klettern. Jede Gruppenzusammensetzung bietet besondere Möglichkeiten, die in der Planung genau abgewogen werden müssen. In 2011 begann auch eine Kletterkooperation zwischen der Friedel Eder Schule, der IG Klettern und der Mittelschule an der Hochstraße. In dieser Gruppe klettern vier Jugendliche der 9. Klasse der Friedel Eder Schule und vier SchülerInnen der 9. Klasse der Mittelschule zusammen.





Begleitet wird jede Gruppe von einem Betreuer/einer Betreuerin, die Lust und Spaß am Klettern hat. Für jeden Teilnehmer geht es darum, die eigenen Grenzen wahrzunehmen – Angst als Angst zu erkennen und ihr adäquat zu begegnen. Dies kann u.a. bedeuten, auch mal von der Kletterwand runter zu müssen, eine Pause zu machen und z.B. beim Seilhüpfen dem Material vertrauen zu lernen. Es kann aber auch bedeuten, vorab zu überlegen: "Wer soll mich sichern? Und was brauche ich, um mich sicher zu fühlen?" Es geht nicht darum, besondere Kletterleistungen zu erbringen, sondern zu lernen, eigene Grenzen wahrzunehmen und diese langsam zu verschieben, um so Selbstsicherheit und Vertrauen zu entwickeln - eben das, was in der Entwicklungspsychologie mit "Selbstwirksamkeit" gemeint ist. Die Kletterstunden werden in der Regel immer von der gleichen Erlebnispädagogin und Fachübungsleiterin durchgeführt, die die Kinder und Jugendlichen kennt. Auf diese Weise kann auch hier - wie im Unterricht zu den Lehrern und Betreuern - eine Bindung wachsen, die es erleichtert, individuelle Grenzen zu verschieben. Der Prozess des Voneinander-Lernens ist am ehesten möglich, wenn stabile Beziehungen geknüpft worden sind.





Kletterfahrt

Um das Kletterjahr abzurunden, gibt es immer eine mehrtägige Abschlussausfahrt an den Fels. Daraus hat sich allmählich eine ganze Ausfahrtswoche entwickelt. Inzwischen fährt immer um Pfingsten herum eine Gruppe von acht bis zehn Kindern und Jugendlichen aus dem Jahresprojekt regelmäßig gemeinsam ins Tessin zum Klettern. Die Gruppe lebt dort in einem alten Steinhaus, versorgt sich komplett selbst und plant gemeinsam - wetterabhängig - die Tagesziele.





Sommerfahrt

Während der Sommerferien hat die Friedel Eder Schule geschlossen – und die Kinder und Jugendlichen haben Pause. Bedingt durch die jeweiligen Behinderungen können viele unserer Kinder und Jugendlichen ihre Freizeit nicht selbst planen, strukturieren oder Initiative ergreifen, wie z.B. allein Freunde zu besuchen. Gleichzeitig gibt es verhältnismäßig wenig Angebote für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Je pflegeaufwändiger oder betreuungsintensiver ein Kind ist, desto schwieriger ist es für die Eltern, einen Kinder-Ferien-Platz zu bekommen. So entstand die Idee einer Sommerfreizeit als Erweiterung des Schulkletterprojekts, wieder in Kooperation mit der IG Klettern M&S e.V. Grundüberlegung: Die Freizeit soll allen Schülern offen stehen und auch Familien mit niedrigem Einkommen zugänglich sein. Diese Idee wird seit 2006 umgesetzt.





Geschwisterkinder

Ungefähr einmal im Monat klettern Geschwister schwerbehinderter Kinder und Jugendlicher zusammen. Diese Klettergruppe ist ein Forum für die Kinder, sich kennen zu lernen, miteinander ins Tun zu kommen - und darüber Vertrauen und Zuversicht in sich und zueinander zu entwickeln. Geschwisterkinder brauchen Raum und Möglichkeit, sich mit ihrer besonderen familiären Situation auseinanderzusetzen und diese bewältigen zu lernen. Unsere Klettergruppe ist ein kleiner Baustein dazu.





Abschließende Gedanken

Beim Klettern lernen die Kinder und Jugendlichen ihre Grenzen kennen - und diese zu erweitern. Miteinander werden in kleinen Schritten Klettertechnik, Sicherungstechnik und Körperkoordination eingeübt. Die Teilnehmer übernehmen füreinander Verantwortung und motivieren sich gegenseitig, Schwierigkeiten zu meistern. Ganz spielerisch wird dabei die Wahrnehmung, Motorik aber auch der sozio-emotionale Bereich entwickelt und gefördert. Dies "bewegt" die Kinder und Jugendlichen in vielerlei Hinsicht - und stärkt sie im Selbstbewusstsein und im Selbstwertgefühl. Natürlich ist Klettern eine Risikosportart. Unter geschulter Anleitung und Betreuung ist das objektive Risiko aber sehr gering - die Eigenmotivation und der Spaßfaktor dafür sehr hoch - und mit Spaß lernt es sich einfach leicht und nachhaltig. Es ist schön, die Kinder und Jugendlichen zu kennen, deren Entwicklungsstand und Entwicklungsaufgaben einschätzen und begleiten zu können. Wir sind keine Einzelwesen - wir hängen miteinander zusammen und voneinander ab - nicht nur am Seil. Auch wir, Fachübungsleiter, die die Gruppen betreuen, genießen es, mit den Kindern und Jugendlichen zu wachsen, und immer wieder neue Anregungen und Ideen für unser eigenes Handeln zu bekommen.


Eure IG-Klettern

13.02.2012 Infos: 089 20003070 oder hg@kletternmachtspass.de
© IG Klettern München & Südbayern e.V. Stand: 13.02.2012