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Bericht IG-Ausfahrt Fontainbleau 2010

"Bleau, Bleau, Bleau wie der Enzian..."
Bericht IG-Ausfahrt 2010 nach Fontainbleau

Am Freitag, den 2. April 2010, sind wir mal wieder bester Laune - aber mit eher trüben Erwartungen - in Richtung Fontainebleau gestartet: Wir stellten uns auf eine Woche Gummistiefelelend ein und waren alle davon überzeugt, dass wir bei unserer Rückkehr entzugsbedingt sofort die Boulderhöhle des Heavens Gate stürmen müssten.





Aber dem war überhaupt nicht so. Ganz im Gegenteil: Bleau hat sogar diejenigen unter uns, die von Anfang an positiver Dinge waren, noch überrascht. Jeden Tag wurde ein anderes Bouldergebiet erobert - und für Jeden war etwas dabei. Entweder wurde versucht, einen kompletten Parcours in einer bestimmten Schwierigkeit zu meistern; oder nur einzelne „off curcit-Probleme“, Boulder also, die zu keinem Parcours gehören, wie beispielsweise „Mémoir d`autre Tombe“ oder „Rubis sur l´Ongle“.





Andere ließen sich lieber auf eine kleine Wette ein (und hoben sich den Genuss anspruchsvoller Dachkletterei für das nächste Jahr auf). Doch aufgepasst, Wetten können auch zum Verhängnis werden, besonders, wenn der Einsatz „Sklave für einen Tag sein “ ist. Dann kommt es nämlich vor, dass man sich in rosa Leggings und mit pinkem Schirmchen auf der Slackline wiederfindet; oder dass man in einer überfüllten Boulangerie Baguette und Croissant in völlig unverständlichem Französisch zu bestellen hat. Nichtsdestotrotz – oder gerade deswegen – heißt die Wette für das nächstes Jahr: „Sklave für die GANZE Woche“.





Trotz anspruchsvoller Plattenkletterei, felsigem Absprunggelände und diversen Vorbelastungen blieb die Verletzungsrate in unserer Truppe sehr gering. Mit geringfügigen Wehwehchen wie wunden Fingerkuppen, Hautabschürfungen und umgeknickten Fußgelenken ist natürlich grundsätzlich zu rechnen. Genauso wie mit diesem verdammten Kopfweh in der Früh...

Die Frage, ob und wie sich eine Woche im Wald, zwischen Felsblöcken und Sand auf die Psyche auswirkt, bleibt noch ungeklärt. Doch es wurden Leute beobachtet, die Würmer in Krawatten für Voodoopuppen umfunktionieren; oder die, als Goldesel getarnt, Menschen essen, um teure Rohstoffe zu produzieren.





Langer Rede kurzer Sinn: Etwas Banane sind wir wohl alle zurückgekommen. Ob dies nun an der vielen frischen Luft, den unglaublichen Bouldern oder an der seltsamen Gesellschaft lag, mag sich jede(r) selbst erklären. Es war jedenfalls eine tolle Woche – um nicht zu sagen: „Ein bissel Psycho sind wir doch alle....“





Für alle, deren Interesse hiermit geweckt wurde – ein kleines Bleau-Lexikon:

- Fontainebleau

Fontainebleau ist eine Stadt, die ca. 50 km südlich von Paris liegt. Dort gibt es keine Berge, jedoch umso schönere Sandsteinblöcke. Diese sind zwischen einem halben und zehn Metern hoch.

Es sind verschiedene Boulderführer erhältlich, die sich im Wesentlichen in zwei Gruppen gliedern: Die einen erklären die diversen Parcours, die anderen beschäftigen sich mit Einzelproblemen.

- Parcours

...sind mit Pfeilen markierte, nummerierte Boulder. Die Parcours gibt es in verschiedenen Schwierigkeiten, die farblich markiert sind. Die aufsteigende Schwierigkeits-Zuordnung lautet wie folgt: Weiß (Kinderparcours), Gelb, Orange, Blau, Rot.

- Einzelprobleme (oder auch „off curcit“)

Wie der Name schon sagt: einzelne, vom Parcours unabhängige Boulder, die oft auch nicht markiert sind - was meistens auch nicht notwendig ist. Sie fangen bei ca. FB 7a an, das heißt, in der Schwierigkeit, mit der der Parcours aufhört.





27.06.2010 Infos: 089 20003070 oder hg@kletternmachtspass.de
© IG Klettern München & Südbayern e.V. Stand: 27.06.2010