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Die Kletterwandregeln

Kletterwandregeln
Stand: 12.07.2012 | Alte Fassungen

Einleitung

Klettern kann als Risikosportart gefährlich sein. Es erfordert ein hohes Maß an Umsicht und Eigenverantwortlichkeit. Der Umfang der Eigenverantwortlichkeit wird insbesondere durch die nachfolgenden Kletterwandregeln bestimmt. Diese hat jeder Besucher und/oder Benutzer der Kletteranlage zu beachten. Der Aufenthalt in der Kletteranlage und die Benutzung, insbesondere das Klettern, erfolgt ausschließlich auf eigene Gefahr, eigenes Risiko und eigene Verantwortung. Die Haftung gegenüber dem Hallennutzer beschränkt sich in jedem Falle auf vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln.

1. Grundvoraussetzungen

Die Benutzung der Kletterhalle Heavens Gate ist ausschließlich unter Einhaltung dieser Regeln gestattet. Durch Bezahlung des Eintrittspreises und durch schriftliches Anerkennen dieser Kletterwandregeln wird die Benutzung der Kletteranlage Heavens Gate gestattet. Eltern haften für ihre Kinder. Anfänger dürfen die Kletteranlage nur unter Aufsicht eines fachkundigen Kletterpartners oder speziell dafür beauftragten Hallenpersonals benutzen. Ausgenommen ist das Bouldern. Hierzu gibt es ein Infoblatt, welches an der Theke zu bekommen ist.

Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr dürfen die Kletteranlage nur unter Aufsicht eines Erziehungsberechtigten oder einer sonstigen volljährigen Person, die die Aufsichtspflicht befugtermaßen ausübt, benutzen.

Jugendliche ab der Vollendung des 14. Lebensjahres dürfen die Kletteranlage auch ohne Begleitung der Eltern oder eines sonstigen Aufsichtspflichtigen nach Vorlage einer entsprechenden schriftlichen Einverständniserklärung des Erziehungsberechtigten und einer Kopie seines Personalausweises benutzen. Die Formulare für die Einverständniserklärung liegen in der Kletterhalle aus bzw. können auf unserer Homepage „ www.kletternmachtspass.de“ heruntergeladen werden.

2. Ausrüstung

Es darf nur Kletterausrüstung verwendet werden, die den jeweils geltenden Normen wie UIAA- oder EN-Norm (CE-Kennzeichnung) für das Seilklettern entspricht. Es ist ordnungsgemäß anzuwenden sowie zu bedienen. Es muss ein geeignetes Sicherungsgerät verwendet werden, das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Das gesicherte Klettern nur mit Brustgurt oder ausschließlichem Einbinden in das Seil ist verboten. Die Kletterwand darf nur mit Reibungskletterschuhen beklettert werden. Entspricht das Material nicht diesen Anforderungen oder wird es nicht ordnungsgemäß verwendet bzw. bedient, kann das Hallenpersonal ein Weiterklettern untersagen.

3. Seilart, Seillänge

Es müssen Kletterseile mit ausreichender Länge und geeigneter Spezifikation (Einfachseil) verwendet werden. Die Mindestseillänge beträgt für die Silos 60m (außer anders angegeben), für die Basishalle 14m. Akzeptiert werden auch Halb- oder Zwillingsseile in ausreichender Länge, die jedoch nur im Doppelstrang verwendet werden dürfen!

4. Sicherungsgeräte

Es werden folgende Sicherungsgeräte empfohlen: Sicherung mit HMS-Knoten und -Karabiner, Sicherung mit ATC bzw. Tube, Sicherung mit Halbautomaten wie Grigri, Smart oder Clickup. In jedem Fall muss das Seil ordnungsgemäß eingelegt sein und zu jeder Zeit eine Hand das Bremsseil in der korrekten Position halten, auch bei Verwendung eines Halbautomaten.

Akzeptiert werden auch andere anerkannte Sicherungsgeräte. In jedem Fall liegt es in der Verantwortung der Seilschaft, zu jeder Zeit eine einwandfreie Sicherungskette sicherzustellen, und das Sicherungsgerät richtig zu bedienen. Bei Verstoß kann das Hallenpersonal ein Kletterverbot für die Kletterhalle Heavens Gate aussprechen.

5. Einbindeknoten

Jeder Kletterer hat sich mit dem Seil direkt in den Klettergurt einzubinden. Das Einbinden mittels Karabiner oder Ähnlichem als Verbindungsstück ist untersagt. Als Einbindeknoten wird der gesteckte Achterknoten empfohlen. Akzeptiert wird auch der doppelte Bulin. Das Einbinden und Klettern mit dem einfachen Bulin ist untersagt.

6. Umlenkungen, Zwischensicherungen, Seilführung

In Karabinern, insbesondere an den Umlenkpunkten, darf jeweils nur ein Seil gleichzeitig eingehängt werden (bei Doppel-/Halbseilverwendung nur jeweils die zwei Seilstränge). Ein Umlenken hat grundsätzlich an den dafür vorgesehenen Umlenkungen am Ende der Route und nicht an den Zwischensicherungen zu erfolgen. Wird vor dem höchsten Punkt, der sog. Umlenkung, abgelassen oder im Nachstieg gesichert, so muss das Seil nicht nur in der obersten, sondern zumindestens in den zwei darunter liegenden Zwischensicherungen belassen werden.

7. Vorstieg, Toprope und Routenwahl

Im Vorstieg müssen zur Verringerung der Verletzungsgefahr durch Stürze alle vorhandenen Zwischensicherungen eingehängt werden. Diese dürfen, während die Route beklettert wird, nicht von anderen Kletterern ausgehängt oder benützt werden. Es ist untersagt, in eine schon von einer anderen Seilschaft besetzten Route einzusteigen, sowie auch teilweise einzusteigen.

Beim Toprope-Klettern müssen so viele Zwischensicherungen eingehängt sein, dass ein Pendeln des Stürzenden nicht möglich ist. Seilfreies Klettern außerhalb des Boulderbereiches ist verboten. Wer eine Route in Mehrseillängen-Technik begeht, oder einen Kletterer von einem Standplatz aus sichert, muss die dafür notwendige zusätzliche Sicherungstechnik beherrschen, und die entsprechende zusätzliche Ausrüstung besitzen. Ein Standplatzbau darf nur an den dafür vorgesehenen Stellen erfolgen.

8. Klettergriffe

Künstliche Klettergriffe unterliegen keiner Normung. Dem Kletterer ist bekannt, dass trotz regelmäßiger Kontrolle nicht ausgeschlossen werden kann, dass Griffe sich drehen, brechen und sogar herabfallen können. Dies kann andere Personen gefährden oder verletzen. Für die Festigkeit der Griffe wird keine Gewähr übernommen. Sollte sich ein Griff drehen oder Andeutungen von Bruchstellen aufweisen, so wird der Kletterer gebeten, dies unverzüglich dem Hallenpersonal mitzuteilen. Der Kletterer wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Tragen von Helmen vor Verletzungen durch herabfallende Gegenstände schützen kann.

9. Gesperrte Bereiche

Als gesperrt gekennzeichnete Bereiche dürfen nur von autorisiertem Personal und keinesfalls von Hallenbesuchern betreten bzw. beklettert werden.

10. Bouldern (seilfreies Klettern)

Es darf überall in der Halle in den angegebenen Bereichen, und soweit ohne Gefährdung anderer Besucher möglich, gebouldert werden. Ohne vorhandene Weichbodenmatte darf eine Höhe von 1,50 Metern mit den Füßen nicht überschritten werden. Diese Höhe ist in der Halle überall durch eine rote Linie markiert. Der Boulderer muss selbstständig dafür sorgen, dass sein Sturz an gefährlichen Stellen durch (vorhandene) Weichbodenmatten aufgefangen wird und/oder dass er von anderen Boulderern gespottet wird. Auf den Bouldermatten dürfen wegen der hohen Verletzungsgefahr keine Rücksäcke, Flaschen oder sonstige Gegenstände liegen.

11. Lebensmittel, Getränke

Im Bereich der Kletterwand sind Getränke und Lebensmittel verboten. Den Besuchern der Halle steht dafür der Gastro-Bereich zur Verfügung.

12. Drogenverbot, Rauchverbot

Klettern in alkoholisiertem Zustand oder unter Einfluss von anderen Drogen ist verboten. In der gesamten Kletterhalle besteht Rauchverbot. Bei Verstößen kann das Hallenpersonal ein Kletterverbot für die Kletterhalle Heavens Gate aussprechen.

Schlußbemerkung

Diese Regeln sind natürlich nicht erschöpfend. Es gilt daher generell:

Jeder ist für sich selbst und die ihm Anvertrauten verantwortlich! Jeder muss selbst dafür sorgen, dass er die erforderliche Sicherungstechnik beherrscht und richtig anwendet! Jeder darf für Andere Verantwortung übernehmen! Jeder darf Spaß am Klettern haben!

Infos: 089 20003070 oder hg@kletternmachtspass.de
© IG Klettern München & Südbayern e.V. und Heavens Gate GmbH. Stand: 12.07.2012 13:17
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