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„Katzenzahn IX/IX+“, bisher schwerste Tour am Brauneck erstmals gepunktet
Es handelt sich um die erste Route in der zentralen Hauptwand („die
Mauer“, s.a. Photo). Sie wurde schon 2001 eingebohrt. Beim Checken
in den letzten Jahren gelang es mir bisher nicht die Züge der
Schlüsselstelle zu verbinden. Am 14.04. boulderte ich die zweite
Seillänge erneut aus und entdeckte eine Positionsvariante in der
unteren Schlüsselstelle, die ich bisher nicht einnehmen konnte.
Am nächsten Morgen gelang es mir, die zweite SL, bereits im
ersten Durchstiegsversuch, rotpunkt zu klettern. Die Tour wird von
sehr schöner, in den schweren Passagen teils leicht
überhängender Wandkletterei an wasserzerfressenem,
kleingriffigem Fels dominiert. Die Linienführung ist logisch und
zwingend. In den Schlüsselstellen sind Längenzüge und
knifflige Positionswechsel angesagt. Die Route könnte für
Aspiranten unter 1,80 m Körpergröße schwerer sein.
Die Hakenabstände in der schwereren 2. SL sind ähnlich wie
in Hallenrouten, was das Ausbouldern wesentlich erleichtert. Es kann
sinnvoll sein, einzelne Haken bei einem ernsthaften Durchstieg
auszulassen (Seilverlauf + Kraftersparnis). Bisher in der Route
vorhandene Schlingen und ein altes Fixseil wurden entfernt.
Detailbeschreibung
s.a. Skizze + Photo (on-sight-Aspiranten sollten nicht weiter
lesen!):
SL
1 (20m): Start etwas links des tiefsten Punktes der Hauptwand
(Standhaken) über den direkten Einstieg „Katze im Lot“,
weiter links davon, der unlogische Originaleinstieg
(Schriftzug:“Katzenzahn“). Die 1. SL ist geprägt durch
extrem scharfkantigen, wasserzerfressenen (teils noch etwas sandigen)
Fels, den man entschlossen angehen sollte. Vorschlag: VIII (7a).
SL
2 (20m): Die 2. SL bietet Fels und Wandkletterei vom Feinsten.
Vom Band weg mit athletischen Zügen, leicht steil zur unteren
Schlüsselstelle am 4. Haken. Dort wird der vertikale, gelbe und
griffarme Streifen gequert. Danach erreicht man einen relativ guten
Schüttelpunkt. Jetzt entlang einer Verschneidung mit
vergleichsweise guten Griffen und Tritten zum oberen Quergang. Hier
fordern ca. 8 bis 10 verzwickte, pumpige Züge an Leisten,
Schuppen, einem (Katzenzahn-)loch und Untergriffen. Wer dort gut
gepumpt durchkommt, kann am letzten schweren, athletischen Zug noch
kippen. Zum Umlenker noch 2 m im VI. Grad, die man (hoffentlich)
immer schafft. Vorschlag: IX/IX+ (7c+).
Zum
Schwierigkeitsvorschlag IX/IX+ (7c+) / 2. SL:
Die
Entscheidung zum Bewertungsvorschlag hat mich viel Zeit und
Hirnschmalz gekostet. Manche vermeintlich gute Kletterer haben ihre
schwersten Routen (ich meine jetzt keine Leute im 11. Grad)
auffälligerweise immer nur in Erstbegehungen ohne Wiederholung
bewältigt. Da ich bisher keine derart schwere Route wie den
„Katzenzahn“ nachweisbar geklettert bin, stand ich vor dem
Dilemma mit den vorgenannten Spezies in einen Topf geworfen zu
werden, wenn ich den Grad IX+ ausspucken würde. Einige Argumente
sprachen für IX statt IX+ (z.B. punkten im 1.Versuch). Andere
wiederum (Formhoch, optimale Vorbereitung + Durchführung,
subjektiv starker Laktateinschuß etc.) legten den Gedanken
nahe, dass es sich eher um eine IX+ handelt. Ich denke französisch
7c+ ist am passendsten Letztlich wäre ich sehr dankbar,
Kommentare von anderen Aspiranten und Wiederholern zum Katzenzahn
(nicht nur zur Schwierigkeit) zu erfahren.
So long
Nils Schützenberger
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Skizze Katzenzahn:
Hauptwand-Ansicht:
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