C1 Kolumne
Ausgabe 02/2011
vom 24.02.2011
Ältere Ausgaben
Für eine Handvoll Mäuse.
Oder: Warum Junge und Alte ins Heavens Gate reisen
„Der
Weise reist, um zu sich selbst zu finden“, so weiss der Volksmund
zu berichten – und da ist sicher Wahres dran. Mal völlig abgesehen
davon, dass „bei sich selber anzukommen“ letztlich der Traum der
Menscheit ist, gibts 3 verschiedene Varianten, um unterwegs sein
Glück zu finden: In einer Gruppe. Mit 1 Partner. Oder allein.
Viele Reisen beginnen mit einem Zug.
Zur
Gruppenreise (= ab 3 Personen) nur soviel ganz kurz: Studiert man die
deutschsprachige Alpin-Literatur, so gab es in den letzten 100 Jahren
kaum irgendeine Expedition, die sich früher oder später nicht
heillos zerstritt und in verschiedenste Lager zerfiel. Wir folgern
daraus: Reisen in Gruppen enden gerne im Chaos, speziell wenn ein
weltbekannter Südtiroler Bergsteiger unter den Teilnehmern ist, der
grundsätzlich nur eine Version als
die
Wahrheit erkennt,
nämlich, wen wundert´s: die seine. Der Rest ist gelogen. Und muss
platt gemacht werden. Am besten juristisch. „Reinhold Messner
Gerichtsprozesse“ – 3 Worte kurz mal eingegoogelt: Über 15.000
Treffer!
Gruppenreise zum Campinglatz am Everest
Das
Gegenteil von Gruppenreisen ist der bewährte Solo-Tripp. Vertikal?
Horizontal? Scheißegal! Alleine unterwegs zu sein macht stolz,
schenkt Kraft und Selbstvertrauen. Und: Ist Pflicht(!) für jeden
Erdenbürger. Unbedingt! Alleine um nur zu erfahren, was das
Hochgefühl bald dämpft: Nämlich sein
Glück
nicht teilen können. Allein im Paradies zu sein. Nur mein Ego. Ohne
„Alter“, also ohne Gegenüber, an dem der Geist sich reiben kann.
Eine wahrlich ernüchternde Erfahrung ist das, die schon dem Brandner
Kaspar jede Lebenslust raubte, so dass er lieber gestorben ist, als
seine Zeit mit sich alleine auf der Erde abzusitzen. Was uns zur
Erkenntnis leitet, dass das Glück „den Andern“ braucht! Denn:
Spätestens am Gipfel droben ist das Leben doppelt so schön,
wenn
da jemand mit dir teilt: Den Augenblick. Das Abenteuer. Die Aussicht.
Oder das Wurschtbrots, verdammt, das ja bekanntlich nirgendwo so
lecker schmeckt wie oben droben, in luftiger Höh´...
Der Lohn der Angst.
Gleiches
gilt übrigens für eine Handvoll Weiße Mäuse, die nach einem
„Betreuten“ runtergehen wie Götterspeise – und so den
Nachwuchs mit der Ahnung beseelt, dass das Leben vielleicht doch
einen tieferen Sinn haben könnte; und sei es auch nur, um ein paar
Gummischlangen zu verdrücken und dabei in das zufrieden malmende
Gesicht seines Kumpels zu blicken, mit dem man gerade zum ersten Mal
über die Silokante in Neuland reingekrochen ist. Womit wir auch
wieder beim Thema angelangt wären: Denn Reisen heißt immer auch
Neuland betreten – und das geht halt schwer so einfach wie im
„Betreuten“. Und für Erwachsene? Im „Mover´s Point“:
http://www.kletternmachtspass.de/kurse/indoor/erwachsene/moverspoint
Zu
uns zum Mover´s Point zu kommen, stellt die Essenz des Reisens dar:
Du
startest alleine, bist in der Gruppe geborgen, hast einen FÜL-Guide,
kannst mit 1 Partner den Augenblick teilen – und kommst auf diese
Art und Weise so schnell zu dir selbst, dass sich viele Movers
wünschen, man möge sich noch öfter treffen. Denn alles Glück ist
leider flüchtig. Kann aber durch Reisen zurück erlangt werden.
Hinaus in die Welt. Oder zu uns in die Halle.
Dazu
herzlich willkommen,
Euer
C1