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C1-Kolumne

Christian Rödling - Vorstand der IG Klettern München & Südbayern e.V.
C1 Kolumne
Ausgabe 02/2011 vom 24.02.2011

Ältere Ausgaben

Für eine Handvoll Mäuse.

Oder: Warum Junge und Alte ins Heavens Gate reisen
„Der Weise reist, um zu sich selbst zu finden“, so weiss der Volksmund zu berichten – und da ist sicher Wahres dran. Mal völlig abgesehen davon, dass „bei sich selber anzukommen“ letztlich der Traum der Menscheit ist, gibts 3 verschiedene Varianten, um unterwegs sein Glück zu finden: In einer Gruppe. Mit 1 Partner. Oder allein.
Kletterhalle Heavens Gate - C1-Kolumne
Viele Reisen beginnen mit einem Zug.
Zur Gruppenreise (= ab 3 Personen) nur soviel ganz kurz: Studiert man die deutschsprachige Alpin-Literatur, so gab es in den letzten 100 Jahren kaum irgendeine Expedition, die sich früher oder später nicht heillos zerstritt und in verschiedenste Lager zerfiel. Wir folgern daraus: Reisen in Gruppen enden gerne im Chaos, speziell wenn ein weltbekannter Südtiroler Bergsteiger unter den Teilnehmern ist, der grundsätzlich nur eine Version als die Wahrheit erkennt, nämlich, wen wundert´s: die seine. Der Rest ist gelogen. Und muss platt gemacht werden. Am besten juristisch. „Reinhold Messner Gerichtsprozesse“ – 3 Worte kurz mal eingegoogelt: Über 15.000 Treffer!

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Gruppenreise zum Campinglatz am Everest
Das Gegenteil von Gruppenreisen ist der bewährte Solo-Tripp. Vertikal? Horizontal? Scheißegal! Alleine unterwegs zu sein macht stolz, schenkt Kraft und Selbstvertrauen. Und: Ist Pflicht(!) für jeden Erdenbürger. Unbedingt! Alleine um nur zu erfahren, was das Hochgefühl bald dämpft: Nämlich sein Glück nicht teilen können. Allein im Paradies zu sein. Nur mein Ego. Ohne „Alter“, also ohne Gegenüber, an dem der Geist sich reiben kann. Eine wahrlich ernüchternde Erfahrung ist das, die schon dem Brandner Kaspar jede Lebenslust raubte, so dass er lieber gestorben ist, als seine Zeit mit sich alleine auf der Erde abzusitzen. Was uns zur Erkenntnis leitet, dass das Glück „den Andern“ braucht! Denn: Spätestens am Gipfel droben ist das Leben doppelt so schön, wenn da jemand mit dir teilt: Den Augenblick. Das Abenteuer. Die Aussicht. Oder das Wurschtbrots, verdammt, das ja bekanntlich nirgendwo so lecker schmeckt wie oben droben, in luftiger Höh´...

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Der Lohn der Angst.
Gleiches gilt übrigens für eine Handvoll Weiße Mäuse, die nach einem „Betreuten“ runtergehen wie Götterspeise – und so den Nachwuchs mit der Ahnung beseelt, dass das Leben vielleicht doch einen tieferen Sinn haben könnte; und sei es auch nur, um ein paar Gummischlangen zu verdrücken und dabei in das zufrieden malmende Gesicht seines Kumpels zu blicken, mit dem man gerade zum ersten Mal über die Silokante in Neuland reingekrochen ist. Womit wir auch wieder beim Thema angelangt wären: Denn Reisen heißt immer auch Neuland betreten – und das geht halt schwer so einfach wie im „Betreuten“. Und für Erwachsene? Im „Mover´s Point“:
http://www.kletternmachtspass.de/kurse/indoor/erwachsene/moverspoint
Zu uns zum Mover´s Point zu kommen, stellt die Essenz des Reisens dar: Du startest alleine, bist in der Gruppe geborgen, hast einen FÜL-Guide, kannst mit 1 Partner den Augenblick teilen – und kommst auf diese Art und Weise so schnell zu dir selbst, dass sich viele Movers wünschen, man möge sich noch öfter treffen. Denn alles Glück ist leider flüchtig. Kann aber durch Reisen zurück erlangt werden. Hinaus in die Welt. Oder zu uns in die Halle.
Dazu herzlich willkommen, Euer C1
24.02.2011 Infos: 089 20003070 oder hg@kletternmachtspass.de
© IG Klettern München & Südbayern e.V. und Heavens Gate GmbH. Stand: 24.02.2011