C1 Kolumne
Ausgabe 07/2010
vom 22.09.2010
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Denkwürdige Augenblicke.
Schönste
Hallen-Augenblicke? Unvergessliche Momente? Muss ich echt kaum
überlegen, fällt mir gleich was Nettes ein. Also: Beim
Geburtstags-Klettern neulich, bei einer unsrer Hallen-Partys, da
kamen sieben Kinder an (alle 7 um die 10), die zum ersten Mal im
Leben unsere „Hallen-Atmo“ rochen – diesen „Duft“ vom
Heavens Gate. Schon mal mit so ´nem Haufen total aufgeregter Kindern
beim Klettern gewesen? Das geht in der Regel so:
„Unsere
Geburtstagskinder“ warten meist am Eingang oben und bekommen – so
Gott will – Dich als Trainer zugeteilt: „Hallöchen zusammen, ich
bin der Zeh-Eins! Und wer ist das Geburtstagskind?“ Genau so nehmen
sie dann Fahrt auf, unsere legendären Partys, mit Begrüßung,
Klogehen, Schuhen. Dann: Der Sprung ins kalte Wasser! Abmarsch in den
Orkus runter. Winkewinke zu der Mutti. Und die Teletubby-Truppe setzt
sich schön brav in Bewegung, schweigend geht´s die Treppe runter,
manche bibbernd, viele zweifelnd, ja – und dann passiert gewöhnlich
etwas, was ich hier erzählen will:
Auf
halber Höhe, auf der Treppe, hält meist irgendeine(r) inne, legt
den Kopf in seinen Nacken, gaaaaaaanz langsam sinkt der Kopf nach
hinter; und der Blick geht hoch und höher, bis die Rasselband
schließlich sprachlos senkrecht in die Höhe guckt. (Ich liebe
diesen Augenblick!) Und dann lasse ich sie schätzen: „Was glaubt
ihr, wie hoch isn das?“ Und sie rechnen und sie denken und dann
sagt z.B. einer: „Hundertachtundachzig Meter.“ Und die andern
nicken´s ab.
Dann
kommt meistens diese Frage: „Du-u, war da schon mal jemand oben?“
Darauf
sage ich dann ehrlich, dass ich absolut dran glaube, dass ein paar
aus unserer Truppe das heut auch noch schaffen werden. Ha! Dann
verstummt die Truppe immer, ruckartig geradezu – und man kann ganz
deutlich sehen, wie aus den sieben Kindergehirnen sieben ovale
Denkblasen aufsteigen...
und in jeder kannst du lesen: „Der hat ja echt ´n Knall, der Alte!“
Was
für herrliche Sekunden! Was für große Augenblicke! Hallen-Wahnsinn
erster Sahne. Und gleichzeitig die irre Erkenntnis, dass man sein
Leben lang Kind bleiben kann. Cut. Flashback ins Jahr 2002:
Wir
sind nach Afrika geflogen, zu zweit, der Holger & ich, nach
Tansania.
Sind
gerade gelandet. Können das Flugzeug verlassen. Gehen die Gangway (=
Treppe) hinunter, als es uns auf halber Höhe urgewaltigst die
Sprache verschlägt: Uuuuuuuuuufffff! Da steht „Er“ schon, gleich
neben dem Airport:
Der
Kilimanjaro! Erwartet dich. Direkt atemberaubend. Viiiiiiel höher,
als man ihn sich vorstellt hat. Selbst hier, in 80 Kilometern
Entfernung, muss man den Kopf noch bis ins Genick zurückbiegen, um
den trapezförmigen Riesentrichter in seiner ganzen blendenden Wucht
zu erfassen: Da steht er also, der „Kili“ (oder „Kibo“.) Das
Wahrzeichen von Afrika. Ein unglaubliches Etwas aus purer Natur.
Liegt da mitten in der brüllenden Hitze. Einer der höchsten
freistehenden Berge der Welt.
Der Kili: Mit seinen 5.800m nochmal einen ganzen Kilometer höher als der Montblanc!
Seit
diesem Anblick kenne ich mich mit Denkblasen aus. Und während
solcher Kindergeburtstage, in diesen köstlichen Sekunden auf unserer
Treppe, ahne ich manchmal, dass man gar nicht um die Welt reisen
muss, um vor Staunen sprachlos zu werden. Ein Kurztripp zum
Ostbahnhof reicht manchmal schon, um zu erkennen, dass auch der
Kilimanjaro im Heavens Gate steht.
Herzlich
willkommen!
Führungen
täglich...
Euer
C1